Die Grausamen - John Katzenbach
(c) Droemer

An einem Abend im Oktober des Jahres 1996 verschwindet die 13-jährige Tessa Gibson auf dem Nachhauseweg von ihrer Freundin spurlos. Alle Untersuchungen bleiben erfolglos, Tessa wird nie gefunden.

20 Jahre später.

Für den alkoholabhängigen Ermittler Gabriel „Gabe“ Dickinson und Detective Marta Rodriguez-Johnson, die während eines Einsatzes versehentlich ihren Partner erschossen hat, wird eigens die Abteilung „Cold Cases“ eingerichtet, um die beiden vorübergehend aus der Schussslinie zu nehmen.

In ihrem Büro, genannt „Das Verlies“, durchforsten sie alte Akten und kommen dabei tatsächlich einer 4-fachen Mordserie aus dem Jahre 1997 auf die Spur, die kurz nach Tessas Verschwinden begann und in irgendeiner Verbindung mit dem Fall zu stehen scheint.

Immer tiefer geraten die beiden Ermittler in ein Netz aus Lügen und Intrigen. Wem können sie noch trauen und wem nicht ?. Selbst höchste Polizeikreise scheinen sie in ihren Ermittlungen zu behindern und haben scheinbar keinerlei Interesse an der Aufklärung der alten Fälle.

Mit diesem Buch hat John Katzenbach mal wieder einen grundsoliden Thriller abgeliefert. Von Anfang an ist die Spannung förmlich mit den Händen greifbar. Stück für Stück ermitteln wir zusammen mit den beiden Detectives und kommen so der Wahrheit immer näher.

Parallel erfahren wir auch einiges über das Privatleben der beiden Ermittler und die Ereignisse, die zu dieser anfangs unfreiwilligen Zusammenarbeit geführt haben.

Gut gefallen hat mir, dass man an den Gedanken von Gabe und Marta als Leser teilhaben kann, da diese in Kursivschrift gesetzt sind. Dies hat mich mehr als einmal schmunzeln lassen und manche Überlegungen und unausgesprochenen Erwiderungen haben mir aus der Seele gesprochen.

Für mich hätten die Protagonisten ruhig noch mehr ausgearbeitet sein können, aber vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen mit den beiden.

Ein kleiner Minuspunkt war für mich letztendlich die Auflösung des Falles, die mich nicht wirklich überrascht hat und die ich so ähnlich schon in einigen Krimis gelesen habe.

Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten, auch wenn John Katzenbach mit der Story sicherlich nicht die Krimi-Szene revolutioniert hat.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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