Nachts am Paragon Walk
(c) DuMont`s Kriminal-Bibliothek

 

In der Parkanlage am Paragon Walk ist ein junges Mädchen erstochen und geschändet aufgefunden worden. In den Salons der feinen Familien gibt es keinen Zweifel: Offensichtlich hat ein Kutscher, während er auf seine Herrschaft wartete, dem armen Mädchen aufgelauert. Schließlich wäre kein Gentleman zu einer solchen Tat fähig! Inspector Pitt ist sich da nicht so sicher. Sein Verdacht scheint sich zu bestätigen, als ein zweites Verbrechen geschieht. Aber die vornehmen Leute wissen sich vor indiskreten Fragen der Polizei zu schützen. Zum Glück stellt Charlotte – Pitts kluge Frau – ihre eigenen Ermittlungen an. Behilflich ist ihr dabei ihre Schwester Emily, der seit ihrer Heirat mit einem Lord Türen offenstehen, die Scotland Yard verschlossen bleiben.

Dies ist der dritte Band um das Ermittlerpaar Charlotte und Thomas Pitt. Wieder entführt uns Anne Perry in das viktorianische London. Seit dem letzten Band ist wieder einige Zeit vergangen und man sehr schön die Entwicklung der einzelnen Figuren mitverfolgen.

In diesem Fall geht es um ein junges Mädchen aus gutem Hause, die am Paragon Walk vergewalltigt und ermordet wurde.

Mit der Ermittlung beauftragt ist Thomas Pitt, dem es nur schwer gelingt, hinter die Fassaden der Londoner „High Society“ zu blicken. Ganz im Gegensatz zu Charlotte und Emily Ashworth, die im Rahmen einiger gesellschaftlicher Verpflichtungen eigene Nachforschungen anstellen.

Anne Perry liefert hier einen spannenden Kriminalroman ab, der uns auch hinter die Fassaden der vornehmen Wohngegend am Paragon Walk blicken lässt. Man erfährt viel über das alltägliche Leben der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in den 1880er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die vornehme Gesellschaft weist ein Verbrechen wie Mord und Vergewaltigung weit von sich, es kann nur jemand aus den unteren Schichten gewesen sein.Stück für Stück demaskiert Anne Perry die sogenannte feine Gesellschaft und liefert somit einen brillianten gesellschaftskritischen Roman ab.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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